Anlässlich Galileo Galileis Erfindung des Fernrohrs vor 400 Jahren wurde das Kalenderjahr 2009 von den Vereinten Nationen (UN) und der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zum „Internationalen Jahr der Astronomie“ erklärt. Aber auch die Weltraumfahrt konnte mit einem besonderen Jubiläum – 40 Jahre bemannte Mondlandung – aufwarten. Zu guter Letzt wurde im Rahmen einer Festwoche Ende Juni das 20-jährige Bestehen des Sportgymnasiums zelebriert. Auch die Schülergruppe der unverbindlichen Übung Astronomie wirkte aktiv an der Gestaltung dieser Festwoche mit.

Inspiriert von den genannten Jahrestagen rückten die Nachwuchsastronomen den Erdmond in den Mittelpunkt des Interesses, studierten sämtliche Fakten zur physikalischen Natur des Erdtrabanten und beschäftigten sich mit den wichtigsten Weltraummissionen. Die gesammelten Daten wurden in einer Powerpointpräsentation zusammengestellt und als Programmpunkt während der Festwoche den interessierten Zuhörern präsentiert. Als „Running Gag“ trat Isidor Grossschopf als Franz Grillparzer auf und zitierte jeweils eine Strophe aus dem Gedicht „An den Mond“. Sowohl Isidors Kostümierung als auch seine rhetorische Präsentation waren äußerst gelungen und sehenswert. Die Physik des Erdmondes wurde von Benjamin Lienhart, Laurenz Längle, Claus Fürst, Philipp Neumann, Lukas Tunkel und Bernhard Klein präsentiert. Abschließend genoss das Auditorium eine virtuelle Führung zum Sternenhimmel über Maria Enzersdorf, die von den beiden Pontasch-Brüdern, Paul und Maximilian, vorbereitet wurde. Rückblickend betrachtet war der Astronomieabend ein voller Erfolg, die Schüler zeigten viel Engagement und, obwohl so manche Schüler erst die zweite Klasse besuchten, viel Mut bei der Präsentation vor zirka 25 Erwachsenen.

NASA-Harrison Schmitt

Astronaut Harrison H. Schmitt
(Foto by NASA)

Auch im Herbst 2009 prägte das Thema Erdmond den Unterricht des Wahlpflichtfachs Physik mit dem Schwerpunkt Astronomie. Die Schüler der 8A und 8B bestimmten auf experimentellem Wege den Durchmesser von Mondkratern und mussten im Zuge der Messungen erkennen, dass wissenschaftliches Arbeiten ein hohes Maß an Präzision und Durchhaltevermögen erfordert. Im Dezember 2009 fand schließlich in Gestalt einer Exkursion zur Akademie der Wissenschaften der krönende Abschluss zu diesem Thema statt. Die Schülergruppen des Wahlpflichtfaches und der unverbindlichen Übung besuchten den Vortrag „Origin and History of the Moon and Earth through an Explorer’s Eyes“ von Harrison H. Schmitt, seines Zeichens Geologe, Apollo-17-Astronaut und letzter Mann am Mond im Jahre 1972. Die Apollo-17-Mission war die letzte bemannte Weltraummission zum Mond, in deren Rahmen der Geologe Harrison H. Schmitt mit Eugene Cernan umfangreiche geologische Untersuchungen im Taurus-Littrow-Tal durchführte. In seinem Vortrag stellte Schmitt die gewonnenen Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung des Mondes vor und warf auch einen neuen Blick auf die Frühgeschichte der Erde. Obwohl der Vortrag in englischer Sprache gehalten wurde und inhaltlich sehr anspruchsvoll war, genossen die Jugendlichen die Gelegenheit, einen der zwölf Männer, die jemals einen Fuß auf den Erdtrabanten gesetzt hatten, persönlich kennenzulernen. Die Begeisterung unter den Jugendlichen kannte beinahe keine Grenzen, als Harrison Schmitt sofort einem gemeinsamen Gruppenfoto mit den Schülern zustimmte. Nach einem kurzen persönlichen Wortwechsel verabschiedeten sich unsere Schüler respektvoll mit Handgruß von dieser bekannten Persönlichkeit, die sehr umgänglich und sympathisch wirkte.

Apollo_17

13. Dezember 1972: Astronaut Schmitt erforscht den Landeplatz im Taurus-Littrow-Tal (Foto by NASA)