Am 5. Dezember 2017 stand für die Gruppe der Astronomen des Sportgymnasiums ein besonderes Highlight, nämlich der Besuch der Universitätssternwarte im 18. Wiener Bezirk, auf dem Programm.

Die Sternwarte der Universität Wien wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts von den Architekten Herrmann Helmer und Ferdinand Fellner geplant. Den damaligen Vorgaben zufolge sollte ein Bauwerk errichtet werden, welches sowohl den Beobachtungs- als auch den Wohntrakt des Sternwartendirektors enthält. Inspiriert von der Kreuzform der Berliner Sternwarte wurde ein Komplex mit 101 m Länge und 73 m Breite auf der damals noch sehr gering besiedelten Türkenschanze errichtet. Die feierliche Eröffnung fand durch den ersten Direktor der Sternwarte, Edmund Weiss, im Beisein von Kaiser Franz Joseph I. am 5. Juni 1883 statt. Zur damaligen Zeit verfügte die Wiener Sternwarte über das größte Linsenfernrohr der Welt. Es handelte sich um einen 68cm -Refraktor, der von der Firma Grubb in Dublin gebaut wurde und seine Aufstellung in der großen Hauptkuppel der neuen Sternwarte fand.

Das Bauwerk der Wiener Universitätssternwarte stellt auch heute noch das größte Sternwartengebäude Europas dar. Aufgrund verschiedener Nachteile verlor der Bau von großen Linsenfernrohren im Laufe der Zeit zunehmend an Bedeutung, der große Refraktor mit einer Länge von 10.5 Metern und einem Gewicht von 5.5 Tonnen zählt daher noch immer zu den größten Fernrohren der Welt. Da der Refraktor exakt im Schwerpunkt gelagert ist, war es sogar den jüngsten Nachwuchsastronomen möglich, nach anfänglicher Überwindung der Massenträgheit das große Fernrohr per Hand zu bewegen. Aber nicht nur diese Tatsache, sondern allein der Anblick dieses großen optischen Instruments hinterließ bei den Exkursionsteilnehmern einen bleibenden Eindruck. Schnell etablierte sich der Wunsch, den Nachthimmel durch dieses Instrument betrachten zu dürfen. Das stürmische Wetter und die dichte Bewölkung ließen die Erfüllung dieses Begehrens leider nicht zu. Die Begeisterung der Jugendlichen für die Sache wurde dadurch in keiner Weise geschmälert, sodass der für die Führung verantwortliche Astronom Doz. DDr. T. Posch unserer Gruppe die Möglichkeit einer exklusiven Nachtbeobachtung in der großen Kuppel in Aussicht stellte. Nach der Besichtigung des Beobachtungstraktes bildete ein kurzer Vortrag den Abschluss einer spannenden und erlebnisreichen Exkursion.