Montag 1. September 2014: mein erster Schultag in der 1D im Sportgymnasium Maria Enzersdorf – bin ich neugierig! Unser erster Treffpunkt ist die Sporthalle, wo alle Erstklässler mit ihren Eltern versammelt sitzen. Dort wird von unserem neuen Klassenvorstand die Namensliste vorgelesen und wir gehen schon gemeinsam in den 2. Stock in unsere Klasse. Ich lande sogleich den ersten Erfolg: ich bekomme den erwünschten Sitzplatz in der letzten Reihe und sitze neben meinem besten Freund – ein gewisser Sicherheitsabstand zu den Lehrern muss ja sein. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass meine Mutter gleich am ersten Elternabend vier Tage später um eine Versetzung meiner Person weiter nach vorne bitten wird. Er soll ja etwas lernen, der Bub!

In den ersten Schultagen werden wir mit unzähligen Informationen versorgt: Nabe, BFLZ, Raum 111, Quartheft 20 Blatt liniert, grüner Umschlag A4, Hausordnung, USB-Stick, Außenschuhe, Drinnenschuhe …. das ist zu viel! Ich übergebe einfach alles meiner Mutter, die soll für mich machen.

Außerdem lernen wir unsere Lehrer kennen. Das ist in der neuen Schule lustig: jede Stunde kommt ein anderer Lehrer und macht Programm, ganz anders als in der Volksschule, wo wir immer die gleiche Lehrerin hatten. Die Lehrer und Lehrerinnen scheinen nett zu sein. Mein Deutschlehrer ist riesengroß, aber auch sehr lustig.

Am Mittwoch in der ersten Schulwoche steht ein „Kennenlerntag“ mit unserem Klassenvorstand und ihrem Stellvertreter auf dem Programm. Wir spielen Teamspiel, tanzen, erarbeiten Klassenregeln und lernen uns mit Hilfe eines Steckbriefes besser kennen. Dann gehen wir zur Burg Liechtenstein und spielen einige Vertrauensspiele wie Blind führen und den Vertrauenskreis. Am Ende dieses Tages weiß ich viel mehr über meine Klassenkameraden, was sehr gut ist.

Am Donnerstag habe ich einen großen Plan: ich kaufe mir etwas im Buffet. In der fünf Minuten Pause zische ich die Stufen vom 2. Stock ins Erdgeschoß runter und suche das Buffet. Nachdem ich es gefunden und mir überlegt habe, was ich mir kaufen werden, läutet es und ich laufe – ohne Jause, aber hungrig – wieder in meine Klasse. Das muss in Zukunft besser werden!

In der ersten Schulwoche beginnt auch unser Projekt „Groß für Klein“. SchülerInnen aus der Oberstufe sind unsere Paten und helfen uns im Schulhaus, im Spindraum und bei den Bussen. Außerdem kann ich sie fragen, wenn ich etwas im Unterricht nicht versteh. Ich habe einen ganz netten Paten mit langen Haaren aus der 7. Klasse

Am Samstag, den 26. September, unternehmen alle Eltern und Kinder meiner Klasse und der Klassenvorstand und Klassenvorstandstellvertreter eine Wanderung in der „Bergen“ von Mödling und Gumpoldskirchen, die mit einem Heurigenbesuch endet. Wir Kinder haben viel Spaß und unsere Eltern quatschen mit den Lehrern über „Erwachsenenzeug“.

Am 29. September fahren alle 1. Klassen mit ihren Sportlehrern und Klassenvorständen auf Sportwoche nach Niederöblarn, wo eine Woche Sport, Spaß und Gemeinschaft auf dem Programm stehen. Diese Woche genieße ich sehr.

Im den nächsten Wochen machen wir im Rahmen des Biologieunterrichts den Trink- und Jausenführerschein des Vereins SIPCAN. Nun weiß ich, welche Jause mein Gehirn bei Schularbeiten und Tests zu Höchstleistungen anspornt. Zum Abschluss dieses Projektes bekamen wir im Schulbuffet unseren Jausenführerschein überreicht und konnten den Erfolg bei einer köstlichen gesunden Jause genießen.

Nach den ersten erfolgreichen Tests kommt eine Märchenerzählerin zu uns in die Schule und wir dürfen uns Märchen anhören und auch selbst moderne Märchen spielen.

Im Rahmen des Informatikunterrichts nehmen wir am Wettbewerb „Biber der Informatik“ teil, wo ein Schüler der 1D die meisten Punkte erreicht.

Gefeiert wird bei uns in der Klasse natürlich auch. Eine Weihnachtsfeier mit „Engerl-Bengerl“ und eine Faschingsfeier mit vielen lustigen Spielen und Verkleidungen und Krapfen müssen hier einfach erwähnt werden.

Am 16. Jänner 2015 fahren viele Eltern, unser Sportlehrer und unser KV Nachtschifahren auf den Semmering. Das ist sehr witzig, da wir Kinder alle gemeinsam fahren können und uns gegenseitig zu springerischen Höchstleistungen anspornen.

Da wir in eine IPP-Klasse, sind auch das Smartphone und WhatsApp ein Thema. Wir besprechen die Vor- und Nachteile der modernen Kommunikation und gründen eine WhatsApp-Gruppe mit unserem KV, in der bestimmte Regeln wie Höflichkeit oder keine Kettenbriefe gelten. Die wirklich coolen Infos tauschen wir aber in der Gruppe ohne Lehrer aus ….

Im Mai finden fächerübergreifende Präsentationen aus Biologie und Geographie statt. Jeder meiner MitschülerInnen und natürlich auch ich stellen eine Klima- und Vegetationszone und ein dazu passendes Tier vor. Dazu bereiten wir eine Beamerpräsentation und einen professionellen Vortrag mit Karteikärtchen vor. Nervös bin vor der Präsentation schon, aber nach dem großen Lob von meinen beiden Lehrerinnen bin ich sehr stolz auf mich.

Im Juni machen wir ein Projekt zum Thema „Fair Trade“. Dazu erstellen wir ein Portfolio, in dem wir alle Unterlagen, die wir in GWK, Deutsch, Religion, Sport, Englisch, Mathematik und BE bekommen, und Selfies von uns mit Fair Trade-Produkten, sammeln. Am 26. Juni 2015 findet gemeinsam mit der 1C ein Fair Trade-Tag statt. Wir spielen das Spiel „Schokotown“, verkosten köstliche Fair Trade-Produkte und erfahren in einem Vortrag von einer Dame, die mit diesen Produkten arbeitet und handelt, viel über dieses Label.

Am 23. 6. 2015 gehen wir am Abend gemeinsam mit einigen Eltern und unserem KV in das Musical Mary Poppins und lassen auf diese Weise das Schuljahr kulturell ausklingen.

In den Workshoptagen proben wir für ZoomOn im Herbst und machen Ausflüge nach Wien und Hinterbrühl und gehen wandern.

Nach meinem ersten Schuljahr in einer IPP-Klasse weiß ich nun, was sich da so abspielt.

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